Gelebte Inklusion im Tennis

Höfken freut sich über "inklusives Profil"

Sichtlich zufrieden zeigte sich der Jadestädter Niklas Höfken, Bundestrainer im Deutschen Tennis-Bund (DTB) für Sportler mit Behinderungen, gestern nach Abschluss des inklusiven Tennis-Camps auf den Plätzen des WTHC. 18 blinde oder sehbehinderte Tennisspieler trainierten eine Woche lang am Ölhafendamm, um sich unter anderem auf die Deutschen Meisterschaften am kommenden Wochenende im westfälischen Löhne vorzubereiten.

Blindentennis kann mit unterschiedlichen Sehbehinderungen, von der absoluten Vollblindheit, bis zu Gesichtsfeldeinschränkungen, Tunnelblicken oder anderweitig verringertem Sehrest gespielt werden. „Die Resonanz war absolut top“, sagte Höfken mit Blick auf die 18 Teilnehmer, die aus ganz Deutschland (u. a. aus München, Berlin oder Köln) an die Jade gereist waren. Teil der Para-Tenniswoche am Ölhafendamm war auch eine Schnupperstunde im Rollstuhl- oder Blindentennis, die am Mittwoch zwei Aktive auf den Court gelockt hatte. Rollstuhltennis ist die perfekte Sportart für Menschen, die Tennis nicht oder nur mit Einschränkungen zu Fuß spielen können. Das gilt natürlich für Rollstuhlfahrer, z.B. bei Querschnittlähmung oder Spina Bifida, aber genauso bei Amputationen der unteren Extremitäten oder Beeinträchtigungen der Gelenke an Hüfte, Beinen oder Füßen. „Steter Tropfen höhlt den Stein“, sagte Höfken. „Es gibt sicherlich noch mehr Interessierte, aber viele trauen sich bei so offiziellen Schnupperstunden nicht aus Deckung, weil sie Angst haben, plötzlich im Fokus zu stehen“, so der Bundestrainer weiter. „Aber ich freue mich, dass mein Heimatverein WTHC inzwischen ein inklusives Profil entwickelt hat.“ Einer der Rollstuhltennis-Spieler war der Friedeburger Markus Wasmund, dem nicht nur Höfken eine große Zukunft in dieser Sportart prognostiziert. „Das Interessante bei Markus ist, dass er Tennis schon als laufender Mensch gespielt hat“, sagt der Coach. „Seine Schläge sind einzigartig, da kann ihm so schnell keiner das Wasser reichen. Wäre wir im ‚normalen’ Tennis, würde ich sagen, er braucht noch einen Athletiktrainer. Der Platz ist groß, Bewegungen im Rollstuhl müssen explosiv erfolgen, um die Bälle zu erreichen. Hier gibt es sicher noch etwas Nachholbedarf.“ DTB-Bundestrainer Niklas Höfken gab dem Friedeburger Rollstuhltennis-Spieler Markus Wasmund am Ölhafendamm wertvolle Tipps. Dass Wasmund ein Großer der Szene werden kann, bewies er zuletzt bei einem Turnier in Bremen, das Teil der Rollstuhltennis-Raceserie des DTB ist. Der Friedeburger gewann die Konkurrenz souverän und gilt auch bei der nächsten Station in Köln am 5. und 6. September als Favorit.

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